Das Airbus der Radiologie-IT?

Das Airbus der Radiologie-IT?

EDL ist in Frankreich Marktführer für RIS und hat Mesalvo das Geschäft mit RadCentre abgekauft. Damit will das Unternehmen in Deutschland wachsen. Im MedMile-Uncut-Podcast haben CEO Kylian Lopez und Dennis Helbing, CSO Germany, über ihre Pläne gesprochen. Hier sind die wichtigsten Punkte.

Lesezeit: 3 Minuten

1. Knappe Geräte führen zu besserer Software

In Frankreich gibt es deutlich weniger MRT- und CT-Geräte als in Deutschland. Wer ein neues Gerät anschaffen will, braucht dafür eine staatliche Genehmigung. Die Praxen mussten also aus jedem Gerät mehr herausholen. Deshalb nutzen sie schon lange digitale Check-ins und Patientenportale, und deshalb kommen viele Radiologie-KI-Firmen aus Frankreich.

„Der Markt findet immer eine Lösung.“ – Kylian Lopez

2. Mit RadCentre kommen vor allem Fachleute dazu

Deutschland ist der größte Gesundheitsmarkt Europas. EDL will in Europa Marktführer werden. Mit RadCentre bekommt das Unternehmen starke Referenzkunden und rund 50 Fachleute, die sich seit Jahren mit der deutschen Radiologie auskennen.

3. Eine Plattform für alle Länder

EDL entwickelt nur eine einzige Plattform und passt sie für jedes Land an. Davon profitieren beide Märkte. In Deutschland arbeiten Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie oft unter einem Dach. Die Funktionen dafür gibt es deshalb schon, bevor französische Praxen sich zu solchen Gruppen zusammenschließen. Von Frankreich kommt dafür die Erfahrung mit dem Check-in per Smartphone nach Deutschland.

4. Ein RIS muss sich ständig weiterentwickeln

Auf MedMile Unplugged fragte ein Radiologe ins Publikum, wer mit seinem RIS zufrieden sei. Niemand meldete sich. Für Kylian ist das ein Arbeitsauftrag: Ein RIS-Anbieter muss jedes Jahr Neues liefern. Bei EDL arbeiten rund 60 Leute in der Entwicklung, viele davon sind selbst Radiologie-Fachleute.

5. KI soll man im Alltag kaum bemerken

KI ist bei EDL kein einzelnes Werkzeug, sie unterstützt den gesamten Ablauf:

  • Termine: Sie prüft, ob Überweisung und Untersuchung zusammenpassen.

  • Check-in: Sie meldet Allergien oder einen Herzschrittmacher.

  • Befund: Sie formuliert die Indikation und den technischen Teil automatisch.

Nach Angaben von EDL spart das bis zu 30 Prozent Befundungszeit.

„Wenn alles gut läuft, merkt niemand etwas von der KI.“ – Kylian Lopez

Fazit

Frankreich hat bei der Digitalisierung den größeren Druck gehabt, Deutschland hat mehr Geräte. EDL will die Erfahrungen aus beiden Ländern zusammenbringen. Ob daraus ein Airbus der Radiologie-IT wird, muss sich erst zeigen. Das Ziel ist jedenfalls klar.

In a nutshell

Weil Frankreich wenige MRT- und CT-Geräte hat, mussten die Praxen dort früh digital und effizient arbeiten. Mit der Übernahme von RadCentre bringt EDL diese Erfahrung nach Deutschland und gewinnt dazu ein eingespieltes deutsches Team. Das Unternehmen setzt auf eine einzige Plattform für alle Länder und auf KI, die im Hintergrund die Abläufe unterstützt. So soll die Befundung bis zu 30 Prozent schneller werden.

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